25.03.2026 |
Was hat der Hochaltar mit dem Monat April zu tun?
Sowohl im Monat April als auch beim Hochaltar im Münster Sankt Jakobus steht die Eucharistie im Mittelpunkt
In der katholischen Tradition ist der Monat April der Eucharistie (dem Altarsakrament) gewidmet, weil in diesen Zeitraum meistens das Osterfest oder zumindest große Teile der Osterzeit fallen.
Die Eucharistie steht in direktem Zusammenhang mit dem Ostergeheimnis – dem Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu Christi. Der Gründonnerstag, an dem Jesus das Abendmahl einsetzte und somit die Eucharistie stiftete, fällt häufig in den April.
Im Münster Sankt Jakobus sehen wir die Darstellung des Abendmahls am linken Seitenflügel des Hochaltars.
Die katholische Kirche betrachtet die Eucharistie als „Quelle und Höhepunkt“ des christlichen Lebens. Der Monat April eignet sich also besonders dazu, diesen Glauben an die Realpräsenz Christi in Brot und Wein, die in der Wandlung (Transsubstantiation) geschieht, besonders zu vertiefen.
Der Hochaltar im Neustädter Münster ist in seiner Ausgestaltung besonders der Eucharistie gewidmet. An den Seitenflügeln ist neben der Darstellung vom letzten Abendmahl auf der linken Seite mit dem Schriftzug: „Nehmt und esst!“, auf der rechten Seite die Hochzeit zu Kana zu sehen. Hier mit dem Schriftzug: „Sie haben keinen Wein mehr!“
Im Mittelpunkt des Hochaltares ist hier auch traditionell der Tabernakel eingebettet. Von ihm ausgehend ist unter einem Baldachin ein barockes Kreuz zu sehen. Dieser Ort war auch als Sockel für die Monstranz gedacht.
Rechts und links wird das Kreuz von den vier Evangelisten umrahmt, die in ihrer Frohen Botschaft alle vom Abendmahl verkünden.
Der Gedenktag des Evangelisten Markus wird auch im April begangen: am 25. April (Markustag).
Der Pelikan bildet den Abschluss in der Mitte des Hochaltars. Der Pelikan ist in der christlichen Symbolik ein starkes Bild für Jesus Christus und die Eucharistie. Er symbolisiert die aufopfernde Liebe Christi, der sein Leben und sein Blut für die Menschen hingibt, um ihnen ewiges Leben zu schenken. Die Darstellung des Pelikans mit seinen Jungen beruht auf Beobachtungen, bei denen Pelikaneltern ihre Jungen scheinbar mit ihrem eigenen Fleisch füttern. Bei genauerer Betrachtung picken die Pelikane Parasiten aus ihrem Brustgefieder. Dadurch hinterlassen sie Blutspuren an ihrer Brust. Dies führte zu der Vorstellung, der Vogel nähre seine Jungen mit eigenem Blut.
Doch nicht nur die Seitenflügel und die Altarmitte sind der Eucharistie gewidmet und haben somit mit dem April zu tun, sondern auch die Figuren des Hochaltars:
Rechts außen, Papst Leo IX, sein Gedenktag ist am 19. April. Papst Leo IX. (Amtszeit 1049–1054) spielte eine bedeutende Rolle in der Kirchenreform des 11. Jahrhunderts, die auch Auswirkungen auf das Verständnis und die Feier der Eucharistie hatte.
Heilige Klara von Assisi:
Die heilige Klara von Assisi (1194–1253) hatte eine tiefgreifende eucharistische Spiritualität, die ihr Leben in San Damiano prägte. Bekannt ist das „eucharistische Wunder“ von 1240, als sie angreifende Sarazenen mit der Monstranz und dem Allerheiligsten in der Hand in die Flucht schlug. Darum wird sie auch hier im Münster mit der Monstranz in der Hand dargestellt.
Konrad von Konstanz:
Der heilige Konrad von Konstanz (ca. 900–975) war ein bedeutender Bischof, der für seine Armenfürsorge und Kirchenbauten bekannt war. Im Zentrum der Verehrung steht die Legende, dass er trotz einer giftigen Spinne im eucharistischen Kelch diesen austrank. Die Spinne soll ihm dann später laut Legende unversehrt und ohne ihm zu schaden aus dem Mund gekrochen sein. Er wird daher oft – wie auch im Münster - mit Kelch und Spinne dargestellt.
Die vier lateinischen Kirchenväter, die kleinen Figuren zwischen den sechs großen Figuren, Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor der Große, haben das Verständnis der Eucharistie im Westen maßgeblich geprägt, indem sie die Realpräsenz Christi betonten und die Eucharistie als Opfer und sakramentale Einheit verstanden.
Der Apostel Jakobus, der Älteren, der Patron des Münsters, war einer der engsten Jünger Jesu und erster Märtyrer unter den Aposteln (gest. 44 n. Chr.). Er war einer der engsten Begleiter von Jesus und wird als Zeuge des Wirkens Christi verehrt.
Die Heilige Barbara (Gedenktag 4. Dezember) wird oft mit einem Kelch und einer Hostie dargestellt, was sie als Patronin der Sterbenden und für den Empfang der letzten Kommunion ausweist. Der Legende nach gewährte ihr Gott kurz vor ihrem Märtyrertod im 3. Jahrhundert die heilige Kommunion, obwohl sie von ihrem Vater im Turm gefangen gehalten wurde.
Der selige Bernhard von Baden (1428–1458) war ein Markgraf, der sein Leben trotz fürstlicher Herkunft fromm, asketisch und im Dienst an Armen gestaltete. Sein tief eucharistisch geprägtes Leben war geprägt von Frieden, Nächstenliebe und sozialem Engagement. Nach seinem Tod in Moncalieri wurde er 1769 seliggesprochen.