An Weihnachten quasi im Mittelpunkt und voll dabei - sonst eher eine Randfigur
Der Heilige Josef, ein Zimmermann, der "Ziehvater" von Jesus, hat seinen Gedenktag am 19. März.
Josef, der an der Krippe oft die Laterne oder ein Licht hält, und so als Beschützer der heiligen Familie dargestellt ist, ist der Ziehvater von Jesus.
Diese und ähnliche Darstellungen sind womöglich die Bilder, die viele von ihm vor Augen haben werden. Vielleicht auch: Josef als alter Mann mit dichtem Bart. Denn so zeigen ihn viele Darstellungen. Ein Grund für die Vorstellungen von einem betagten Josef könnte sein, dass er eine bewegte Vergangenheit hatte. "Der Bart erscheint mir plausibel", stimmt Ansgar Wucherpfennig, Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, zu, "ein alter Mann war Josef aber sicherlich nicht. Das können wir den neutestamentlichen Quellen zumindest nicht entnehmen."
Eine Ursache für die Vorstellung eines betagten Josef ist womöglich die Tatsache, dass er vor seiner Ehe mit Maria schon einmal verheiratet gewesen sein soll. Ein Mann heiratete jedoch in der damaligen Zeit gewöhnlich im Alter von 18 Jahren, sodass Josef durchaus auch in zweiter Ehe noch ein junger Mann gewesen sein kann. Insgesamt, so glaubt Wucherpfennig, sei das Aussehen Josefs der Phantasie überlassen.
Ein paar Anhaltspunkte dafür, wie wir uns Josef vorzustellen haben, gibt es dennoch. So spricht seine Herkunft aus dem südlichen Mittelmeerraum dafür, dass Josef dunkelhaarig und von nicht sehr großer Statur war. Sein Beruf als Zimmermann weist auf einen kräftigen Körperbau, vor allem aber auf starke Hände und Arme hin. "Josef muss auch ziemlich fit und sportlich gewesen sein. Schließlich unternahm er lange Wanderungen", ergänzt Ansgar Wucherpfennig, sodass sich nun doch ein recht deutliches Bild zusammenfügt. Es ist jedoch lediglich das äußere Bild eines Mannes.
Oft wird Josef auch al älterer Mann im Greisenalter dargestellt, um die Jungfräulichkeit Mariens zu unterstreichen.
Neben dem Josefstag am 19. März wird seit 1955 auch der 1. Mai als "Josef der Arbeiter" gefeiert. Papst Pius XII. hat den seit 1889 als "Kampftag der Arbeiter" begangenen Tag als Zeichen der Aussöhnung mit der Arbeiterschaft eingeführt. Damit soll der Heilige geehrt, aber auch die Würde der menschlichen Arbeit bewusst gemacht werden. Josef ist Patron der gesamten Kirche (seit 1870), von Mexiko, den Philippinen, Kanada, Peru, Böhmen, der Steiermark, von Kärnten und Tirol, des Bistums Osnabrück und des Erzbistums Köln. Außerdem ist er der Patron der Ehepaare und der Familien, der Kinder und Jugendlichen, der Erzieher, der Zimmerleute, Holzfäller, Tischler, Handwerker, Arbeiter, Ingenieure, zudem Schutzheiliger in Wohnungsnot, in Versuchungen und verzweifelten Lagen sowie für einen friedlichen Tod.
Hier im Münster ist Josef am Marienaltar und dann natürlich am Josefaltar zu sehen. Im Mittelpunkt zeigt er sich als Patron der Weltkirche, umgeben von kirchlichen Würdenträger auf der linken Seite und rechts von ihm sind weltliche Würdenträger zu sehen.
Die Seitenflügel zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen Familie.