Fasnacht - Aschermittwoch und Fastenzeit

12.02.2026 | Die Narretei isch schnell vorbei

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei …“ heißt es in einem alten Schlager, doch dabei fängt doch da erst etwas besonderes an: Die österliche Bußzeit, besser bekannt als Fastenzeit.

Was verbirgt sich hinter der Fasnacht, dem Aschermittwoch und der Fastenzeit?

Das Bild zeigt die Fahne der Narrenzunft Gägs aus Neustadt im Schwarzwald gehalten von einem Gägs
Am 11. November um 11 Uhr 11 wird mancherorts offiziell die Fasnacht eingeläutet. Die Zeit der närrischen Umzüge bricht dann im Februar oder März an. Der traditionelle Anlass dauert meist mehrere Tage und wird an vielen Orten in Europa und der ganzen Welt mit verschiedenen Bräuchen gefeiert. Kunstvolle Masken, bunte Kostüme, schrille Musik und kulinarische Spezialitäten spielen dabei eine wichtige Rolle. Was ist überhaupt der Sinn hinter der Fasnacht?
 
Warum gibt es Fasnacht?
Schon im Altertum gab es Feste, mit denen im Frühling das Wiedererwachen der Natur gefeiert wurde. Gelage und Umzüge fanden statt; der Winter wurde mit Masken und viel Lärm vertrieben. Die Tradition der heutigen Fasnacht besteht seit dem Mittelalter. Der Begriff geht auf das Wort «Fasten-Nacht» zurück und bezeichnet den Vorabend der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern, die mit dem Aschermittwoch beginnt. Die Gläubigen bereiten sich damit auf Ostern vor, also auf die Feier der Auferstehung Jesu nach dessen Kreuzigungstod an Karfreitag.
Im Mittelalter mussten alle Menschen im christlichen Europa das Fastengebot einhalten. Entsprechend diente die Fasnacht dem Volk dazu, die letzten Wintervorräte aufzubrauchen und noch einmal richtig zu schlemmen, zu tanzen und zu musizieren – kurz: noch einmal auf den Putz zu hauen. Verkleidungen und Vermummungen förderten das ausgelassene Treiben, bei dem oft auch die Kirchenoberen verspottet wurden. Diese versuchten das Volksfest immer wieder zu verbieten, doch die Bräuche hielten sich vielerorts durch die Jahrhunderte hindurch.
Das Datum des 11.11. hat ebenfalls mit dem Fasten zu tun. Denn eine weitere Fastenzeit musste früher vor Weihnachten eingehalten werden; sie begann am Martinstag, dem 11. November. Zudem gilt die Zahl 11 wegen den in der Bibel erwähnten zehn Geboten als Zahl der Grenzüberschreitung und Narretei – kurz als «Narrenzahl» par excellence. Einen passenderen Zeitpunkt für den Auftakt der närrischen Zeit als den 11.11. um 11 Uhr 11 kann es somit wahrlich nicht geben! 
Die Fasnacht endet mit dem Aschermittwoch. Die Asche hat aber nichts mit dem Verbrennen der Fasnacht zu tun.
 
Aber was ist nun der Aschermittwoch?
Das Bild zeigt ein Kind, das das Aschenkreuz bekommt
Zunächst einmal ist er der Beginn der Fastenzeit. Er hat seinen Namen von der Asche, die man in der katholischen Kirche beim Gottesdienst in Form eines Kreuzes auf den Kopf gestreut bekommt. Es ist die Asche der verbrannten Palmzweige aus dem Vorjahr, die im Osterfeuer verbrannt werden.
 
Was hat die Asche für einen Sinn? – Warum gerade Asche?
Die Asche ist zunächst mal eine Erinnerung daran, dass Gott uns Menschen (siehe Paradieserzählung in der Bibel, Genesis 2) aus Staub erschaffen hat. Sie erinnert uns an unsere Vergänglichkeit.
Das Bild zeigt eine Schale mit Asche auf einem violetten Tuch
Asche ist aber noch mehr: Sie wurde früher, als es noch keine Seife gab, als Reinigungsmittel benutzt, und bis heute ist sie auch noch ein Düngemittel. Somit ist die Asche also ein Zeichen dafür, dass wir uns rein machen von all den Dingen, die uns belasten – also quasi beschmutzen - und wir dem Guten in uns zum Wachstum verhelfen wollen. Wir sollen also wie der „Feuervogel“ Phönix, den wir vielleicht aus der Welt der Mythen und Sagen kennen, aus der Asche zu neuem Leben erweckt werden.
 
Was ist aber nun die 40-tägige Fastenzeit?
Das Bild zeigt einen gestalteten Weg auf ockerfarbenen Tüchern. Im Hintergrund Bilder die Jesus in der Wüste zeigen.
Die Fastenzeit erinnert an die 40 Tage, die Jesus betend und fastend in der Wüste verbrachte. In der Fastenzeit wollen wir uns ganz auf Gott und den Glauben konzentrieren. Das geht am besten, wenn wir uns durch möglichst wenig ablenken lassen.
Die Fastenzeit wird auch "österliche Bußzeit" genannt. Das Wort "Buße" hat etwas mit "besser" zu tun: Denn in der Fastenzeit wollen wir versuchen, uns darauf zu besinnen, was uns wirklich gut tut und was im Sinne Gottes ist . Fasten hat deshalb auch etwas damit zu tun, Sachen erstmal nicht mehr zu machen, die nicht unbedingt gut für uns sind: viele Süßigkeiten essen, lieber mit dem Auto fahren als zu Fuß gehen, lange fernsehen …
Wer richtig fastet, isst außerdem weniger und vielleicht sogar etwas gesünder (mehr Obst und Gemüse zum Beispiel). Zudem isst man freitags zum Beispiel kein Fleisch, weil uns der Freitag an den Tod Jesu erinnert.
An den Sonntagen und an besonderen Festen wird allerdings nicht gefastet. Denn für uns Christen ist jeder Sonntag wie ein kleiner Ostertag, an dem wir daran denken, wie Jesus gestorben und dann auferstanden ist – also aus dem Tod in das neue Leben wiedergekommen ist.
Das Wort "fasten" kommt von einem althochdeutschen Wort, das bedeutet, dass man auf etwas verzichtet. Fasten heißt aber nicht nur, dass man auf etwas verzichtet – sondern auch, dass man für etwas anderes verzichtet. Wenn wir uns nicht mehr von so vielen Dingen ablenken lassen – wie vom Handy, der Spielkonsole oder dem Fernseher - können wir uns viel besser auf Gott, auf uns aber auch auf andere Menschen konzentrieren.