Patronat: der Schweiz, Kanton Unterwalden
1417 kam Nik(o)laus (im Volksmund »Bruder Klaus« genannt) im schweizerischen Flüeli bei Sachseln am Sarner See als Sohn eines wohlhabenden Bauern zur Welt. Die Legenden berichten, er habe schon als Kind und Jugendlicher mystische Erlebnisse und Visionen gehabt. Wie sein Vater wurde Nikolaus Bergbauer, was seiner Neigung zu Stille und Einsamkeit wohl sehr entgegenkam. Für damalige Verhältnisse heiratete er erst ungewöhnlich spät (nämlich im Alter von 30 Jahren) Dorothea Wyss, mit der er zehn Kinder hatte. Sein Wohlstand und sein Ansehen in der Gemeinde stiegen; man schätzte seinen Gerechtigkeitssinn und seine Weitsicht, und so wurde er 1457 zum Gesandten seines Kantons und 1459 zum Ratsherrn ernannt.
Stets pflegte Nikolaus engen Kontakt zur Kirche; besonders die Mystiker des Benediktinerklosters Engelberg dürften ihn stark beeinflusst haben. Im Oktober 1467, wenige Monate nachdem sein jüngstes Kind geboren worden war, beschloss er, einem inneren Ruf folgend, seine Ämter, seinen Hof und seine Familie zu verlassen und zog sich nach einer kurzen Pilgerreise mit dem Einverständnis seiner Frau als Einsiedler in der Ranftschlucht nahe seinem Anwesen zurück. Mit Hilfe der Landgemeinde errichtete Nikolaus eine kleine Kapelle und lebte dort fast 20 Jahre lang, wobei er sich der Überlieferung nach nur von der Heiligen Eucharistie ernährte, die er sonntags in der Pfarrkirche von Sachseln empfing. Viele Menschen suchten den Einsiedler, der schon zu Lebzeiten wegen des Fastenwunders wie ein Heiliger verehrt wurde, als Berater und Seelsorger auf; bei der Tagsatzung in Stans (am Vierwaldstättersee) am 22. Dezember 1481 war es Nikolaus’ kluger Rat, der die Eidgenossenschaft vor einer Spaltung und einem drohenden Bürgerkrieg bewahrte.
Im Alter von 70 Jahren, so wie er es der Legende nach als junger Mann vorhergesehen hatte, erkrankte Nikolaus schwer und verstarb am 21. März 1487. Er wurde auf Anordnung des Konstanzer Bischofs unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in der Kirche von Sachseln beigesetzt. Sein Grab sowie seine Einsiedelei und die Kapelle wurden bald von vielen Pilgern aufgesucht. 1649 wurde Nikolaus von Papst Innozenz X. seliggesprochen, seine liturgische Verehrung genehmigte Clemens IX. im Jahre 1669, und am 15. Mai 1947, zu Christi Himmelfahrt, erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Pius XII.
Darstellung: als Einsiedler
Attribute: Kreuz, Strick, Rosenkranz, Pilgerstab; Dornbusch (in den ihn der Teufel einer Legende nach geworfen hatte)

Quelle: Herder-Verlag